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Mittwoch, 24. Januar 2018
Für Krankenhäuser relevante Richtlinien-Neuerungen QSKH ab Erfassungsjahr 2018

Beschluss Juni 2017 (https://www.g-ba.de/downloads/39-261-2999/2017-06-15_QSKH-RL_Anpassung-Erfassungsjahr-2018_BAnz_WZ.pdf)

Lieferfristen

In § 6 wurde für die Datenlieferungen, die bisher auch unverzüglich von den Krankenhäusern an die Datenannahmestellen zu erfolgen hatte, neu geregelt, dass die Übermittlungen quartalsweise (d. h. die Daten des jeweiligen vorausgehenden Quartales bis zu 15. Mai, 15. August, 15. November, 28. Februar) erfolgen muss. Korrekturen und Nachlieferungen können bis zur letzten Lieferung (28. Februar) übermittelt werden.

Die Soll- und Risikostatistiken sind für 2018 (erstmals also ab Februar 2019) bis 15. Februar elektronisch und in Papierform zusammen mit der unterzeichneten Konformitätserklärung an die Geschäftsstelle zu übermitteln. Nach unverzüglicher Mahnung bei Fristversäumnis wird eine Nachlieferung innerhalb von zwei Wochen erwartet.

Vollzähligkeit (Sanktionierung bei Unvollzähligkeit gemäß § 24)

Werden 100 % Dokumentationsrate für einen Leistungsbereich nicht erreicht, so können im Rahmen der Pflegesatzverhandlungen Abschläge (150 € pro nicht fristgerecht übermitteltem Datensatz) erhoben werden. Im Wiederholungsfall erhöht sich der Betrag auf 300 €. In den Transplantationsleistungsbereichen gelten die erhöhten Abschlagsbeträge 2.500 € und 5.000 €. Kann ein Krankenhaus ein Unverschulden im Rahmen der Pflegesatzverhandlungen nachweisen, so dürfen keine Abschläge erhoben werden. Sollten Krankenhäuser entsprechende Gründe anführen, so ist von Seiten der GeQiK® (oder bei direkten Verfahren vom IQTIG) ein Einschätzung hinsichtlich der vorgebrachten Gründe gegenüber den Verhandlungspartnern abzugeben. Hier ein Auszug aus den Tragenden Gründen zum Beschluss (https://www.g-ba.de/downloads/40-268-4459/2017-06-15_QSKH-RL_Anpassung-Erfassungsjahr-2018_TrG.pdf), der die Wertigkeit dieser Einschätzung näher beschreibt:

„ … Diese Einschätzung ist ausdrücklich als unverbindliche Empfehlung zur Unterstützung der Vertragsparteien der örtlichen Pflegesatzverhandlungen in QS-Fragen zu verstehen und soll deren Entscheidung darüber, ob die Unterdokumentation des Krankenhauses unverschuldet war, nicht vorwegnehmen oder gar ersetzen. …“

Vom IQTIG wird begleitend ein Katalog (gemäß Absatz 1 Satz 8) erstellt, veröffentlicht und regelmäßig aktualisiert, welchem bekannte Gründe für mögliches Unverschulden entnommen werden können. Wann dieser Katalog erstmalig erscheinen wird, ist bisher noch nicht bekannt. Es ist jedoch frühestens ab Mitte 2018 damit zu rechnen.

Leistungsbereich Perinatalmedizin (mit 1. Geburtshilfe und 2. Neonatologie)

Für den Leistungsbereich Perinatalmedizin werden ab 2018 bei GKV-Patienten als patientenidentifizierende Daten erfasst:

  • Vorname der Mutter bei Geburt des Kindes
  • Nachname der Mutter bei Geburt des Kindes.
  • In der Neonatologie darüber hinaus: Krankenversichertennummer nach § 290 SGB V des Kindes

Ab 2018 werden für die Zusammenführung der Daten zwei verschieden Filter erprobt, wofür die oben genannten Daten notwendig sind. Diese werden verschlüsselt und damit für die GeQiK® nicht einsehbar an die Vertrauensstelle durchgeleitet.

Beschluss September 2017 (https://www.g-ba.de/downloads/39-261-3062/2017-09-21_QSKH-RL_Datenvalidierung-Erfassungsjahr-2018_BAnz.pdf)

§ 9 Datenvalidierung (Überprüfung der Dokumentationsqualität)

Auf Beschluss des GBA wird das Datenvalidierungsverfahren ab dem Erfassungsjahr 2018 weiterentwickelt und frühestens erstmals 2019 umgesetzt. Hierfür wurde § 9 grundlegend überarbeitet. Neben dem bewährten Vorgehen der Statistischen Basisprüfungen (mit schriftlichem Stellungnahmeverfahren zu berechneten Auffälligkeitskriterien) und den Vor-Ort-Datenabgleichen im Stichprobenverfahren wird das Element des „gezielten Datenabgleiches“ bei konkreten Anhaltspunkten auf Dokumentationsmängel eingeführt. Als solche sind näher benannt:

  • im Vorjahr in besonderer Häufigkeit festgestellt Dokumentationsfehler oder besonders relevante Erfassungsfehler (wie auch nicht angegebene Sentinel Events, wie z. B. Todesfälle)
  • wiederholte Abweichungen bei den Statistischen Basisprüfungen

Die Kriterien zum Vorgehen müssen jedoch noch vom IQTIG entwickelt und von G-BA beschlossen werden. Erstmals besteht für das Lenkungsgremium der GeQiK® die Möglichkeit, auch den MDK für die Vor-Ort-Besuche zu beauftragen. Für die Krankenhäuser, bei denen aus datenschutzrechtlichen Gründen die Mitarbeiter der Geschäftsstelle keine direkte Akteneinsicht nehmen dürfen (z. B. Bundeswehrkrankenhaus), muss der MDK ab 2019 beauftragt werden. Ferner ist in Absatz 9 die Grundlage geschaffen, Ergebnisse der Überprüfung der Datenqualität im Rahmen der Veröffentlichung der Strukturierten Qualitätsberichte der Krankenhäuser nach § 136b SGB V transparent zu machen. Des Weiteren muss nach § 13 Absatz 3 bei Feststellung von erheblichen Dokumentationsmängeln das Krankenhaus gegenüber dem Lenkungsgremium der GeQiK® (bzw. bei direkten Verfahren dem Unterausschuss Qualitätssicherung des G-BA) offengelegt werden. Was jedoch als „erheblich“ einzustufen sein wird, muss noch vom IQTIG definiert und vom G-BA beschlossen werden.

Die Servicedokumente mit den jeweiligen Änderungen der entsprechenden Beschlüsse gekennzeichneten Richtlinientexte sind nachfolgend zu finden.

QSKH-RL_mit_Änd_zu EJ 2018_n_Plenum_2017-06-15_gesamt_Ändmod.pdf
QSKH-RL_mit_Änd_zu EJ 2018_n_Plenum_2017-09-21_gesamt_Ändmod.pdf

 

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