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Dokumentationspflicht 2019

Indirekte Leistungsbereiche

Folgende Module sind dokumentationspflichtig:

Modul 09/1

Herzschrittmacher-Implantation

Modul 09/2

Herzschrittmacher-Aggregatwechsel

Modul 09/3

Herzschrittmacher-Revision/-Systemwechsel/-Explantation

Modul 09/4

Implantierbare Defibrillatoren-Implantation

Modul 09/5

Implantierbare Defibrillatoren-Aggregatwechsel

Modul 09/6

Implantierbare Defibrillatoren-Revision/-Systemwechsel/-Explantation

Modul 10/2

Karotis-Revaskularisation

Modul 15/1

Gynäkologische Operationen

Modul 16/1

Geburtshilfe

Modul 17/1

Hüftgelenknahe Femurfraktur bei ostesynthetischer Versorgung

Modul HEP

Hüftendoprothesenversorgung

Modul KEP

Knieendoprothesenversorgung

Modul 18/1

Mammachirurgie

Modul PNEU

Ambulant erworbene Pneumonie 

Modul DEK

Dekubitusprophylaxe

Modul NEO

Neonatologie

MDS

Minimaldatensatz

Modul 80/1

Schlaganfall (BW)

Modul PCI

Perkutane Koronarintervention und Koronarangiographie (Qesü)

Modul NWIF

Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektionen (Qesü)

Modul CHE

Qualitätssicherung der Gallenblasenentfernung (Cholezystektomie) (DeQS)

Weitere Informationen zu Änderungen in den einzelnen QS-Verfahren sind unter den jeweiligen Fachbereichen abrufbar.

Die Datenlieferung für die indirekten Leistungsbereiche erfolgt an die Qualitätssicherung im Gesundheitswesen Baden-Württemberg GmbH (QiG BW GmbH) über die E-Mail-Adresse daten@qigbw.de

Direkte Leistungsbereiche

Folgende Module sind dokumentationspflichtig:

Herzchirurgie HCH
Herztransplantation, Herzunterstützungssysteme/Kunstherzen HTXM
Follow-up Herztransplantation HTXFU
Leberlebendspende LLS?Follow-up Leberlebendspende LLSFU
Lebertransplantation LTX
Follow-up Lebertransplantation LTXFU
Lungen- und Herz-Lungentransplantation LUTX
Follow-up Lungen- und Herz-Lungentransplantation LUTXFU
Nierenleberspende NLS
Follow-up Nierenlebendspende NLSFU
Nieren- und Pankreas- (Nieren-) transplantation PNTX
Follow-up Nierentransplantation und Pankreas- (Nieren-)transplantation PNTXFU

Die Datenlieferung für die direkten Leistungsbereiche erfolgt zurzeit an das IQTIG (Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen) über die E-Mail-Adresse daten@iqtig.org.

Im Verfahrensjahr 2019 sind folgende Besonderheiten zu beachten:

  • Neues Landesverfahren QS-Verfahren „Universelles Neugeborenen-Hörscreening Baden-Württemberg" (QS UNHS BW) ab 2019. Weitere Informationen unter http://www.qigbw.de/index.php?id=1702

  • Der Leistungsbereich 12/1 „Cholezystektomie“ (QSKH) war seit dem Erfassungsjahr 2015 ausgesetzt. Ab dem Erhebungsjahr 2019 ist das Verfahren Qualitätssicherung der Gallenblasenentfernung (Cholezystektomie) in der neuen Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung (DeQS-RL) geregelt. Im Rahmen einer Übergangsregelung sind für 2019 nur stationär durchgeführte Eingriffe im Verfahren QS CHE dokumentationspflichtig. Belegärztlich durchgeführte Cholezystektomien sind erst ab dem 1.1.2020 zu dokumentieren.

  • Ab dem Verfahrensjahr 2019 werden sämtliche QS-Verfahren in sog. lange Überliegerverfahren umgewandelt. Alle Datensätze von Patienten mit Aufnahme in 2019 und Entlassung vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020 werden dem Verfahrensjahr 2020 zugeordnet.

  • Seit dem Verfahrensjahr 2018 werden modulabhängig verschiedene Standortangaben erhoben (entlassender / aufnehmender / diagnostizierender / entbindender / behandelnder Standort). Der Standortbezug der Soll- und Risikostatistik wird weiterhin über das Datenfeld „entlassender Standort“ hergestellt.

  • Seit 2018 besteht für alle QS-Verfahren der QSKH-Richtlinie eine verpflichtende quartalsweise Datenübermittlung. Für das Landesverfahren Schlaganfall (80/1) wird ebenfalls eine quartalsweise Datenübermittlung empfohlen.

  • Module mit patientenidentifizierenden Daten (PID-Module) sind:
    09/1, 09/2 und 09/3 (seit 2015), 09/4, 09/5 und 09/6 (seit 2018)
    16/1 und NEO (seit 2018)
    HEP und KEP (seit 2015)
    PCI (seit 2016), NWIF (seit 2017)
    CHE (ab 2019)

  • Dokumentationsrate 100 % QSKH-Verfahren (Vollzähligkeit und Sanktionierung bei Unvollzähligkeit gemäß § 24): Ab dem Erfassungsjahr 2019 besteht die Verpflichtung die dokumentationspflichtigen Leistungen in 100 Prozent der Fälle zu dokumentieren. Werden 100 % Dokumentationsrate für einen Leistungsbereich nicht erreicht (bisher 95 %), so können im Rahmen der Pflegesatzverhandlungen Abschläge erhoben werden (150 EUR bei pro nicht fristgerecht übermitteltem Datensatz). Im Wiederholungsfall erhöht sich der Betrag auf 300 EUR. In den Transplantationsleistungsbereichen gelten die erhöhten Abschlagsbeträge 2.500 EUR bzw. 5000 EUR. Kann ein Krankenhaus ein Unverschulden im Rahmen der Pflegesatzverhandlungen nachweisen, so dürfen keine Abschläge erhoben werden (vgl. Tragende Gründe zum Beschluss: https://www.g-ba.de/downloads/40-268-4459/2017-06-15_QSKH-RL_Anpassung-Erfassungsjahr-2019_TrG.pdf). Vom IQTIG soll begleitend ein Katalog (gemäß Absatz 1 Satz 8) erstellt, veröffentlicht und regelmäßig aktualisiert werden, welchem dann bekannte Gründe für mögliches Unverschulden entnommen werden können sollen.

  • Dokumentationsrate DeQs/ Qesü-Verfahren: Für die Leistungsbereiche QS-PCI, QS-WI und CHE werden gemäß der DeQS-RL für das Erfassungsjahr 2019 keine Vergütungsabschläge für dokumentationspflichtige aber nicht dokumentierte Datensätze erhoben.

  • Neu ab 2019: Feedback-Key: Zwischen- bzw. Rückmeldeberichte für die Verfahren gem. Qesü-RL / DeQS-RL werden von der Bundesauswertestelle ab dem Verfahrensjahr 2019 stets in Zip-Archiven bereitgestellt werden, die mit einem Feedbackkey (Passwort) verschlüsselt sind. Dieser Feedbackkey kann von den Leistungserbringern selbst gewählt oder durch die jeweilige QS-Dokumentationssoftware unterstützend vergeben und verwaltet werden. Die Übermittlung des Feedbackkeys erfolgt grundsätzlich im Rahmen einer jeden Datenübermittlung von QS-Daten. Die Entschlüsselung der Zip-Archive und somit das Öffnen der Zwischen- bzw. Rückmeldeberichte erfolgt bei dem Leistungserbringer und wird i.d.R. durch die QS-Software unterstützt. 

Wichtige allgemeine Informationen zu den Verfahren der QSKH-RL:

  • Grundsätzlich sind in den Verfahren der QSKH-RL (direkte Verfahren, indirekte Verfahren, Landesverfahren) alle Patienten ungeachtet ihres Versichertenstatus dokumentationspflichtig. Dies gilt auch für die Leistungsbereiche mit patientenidentifizierenden Daten (09/1-09/3, 09/4-09/6, 16/1, NEO, HEP, KEP).

Wichtige allgemeine Informationen zu den sektorenübergreifenden Verfahren (Qesü-RL/DeQS-RL)

  • In den sektorenübergreifenden / datengestützten Verfahren (QS WI, QS PCI, CHE) sind ausschließlich gesetzlich versicherte Patienten über 18 Jahre dokumentationspflichtig. In Baden-Württemberg fungiert die QiG BW GmbH als Datenannahmestelle „Qesü“ (DAS-Qesü) für die Krankenhäuser.

  • Im sektorenübergreifenden Verfahren PCI (Perkutane Koronarintervention und Koronarangiographie), das bereits 2016 eingeführt wurde, besteht für alle ambulant und stationär erbrachten Perkutanen Koronarinterventionen und Koronarangiographien eine Dokumentationspflicht. Die QiG BW GmbH nimmt die Daten für die durch das Krankenhaus (nicht durch einen Belegarzt oder einen ermächtigten Arzt) erbrachten (vor-)stationären und ambulanten Leistungen dieses QS-Verfahrens (=Exportmodul PCI_LKG) an. ?Die Kassenärztliche Vereinigung nimmt als weitere Datenannahmestelle gemäß Qesü-RL die Daten der Leistungen an, welche als kollektivvertraglich erbrachte Leistungen zu werten sind (= Exportmodul PCI_KV), da diese als belegärztlich erbrachte Leistungen im Rahmen der Qesü-RL dem Arzt als Leistungserbringer und nicht dem Krankenhaus zugeordnet werden.

  • Im sektorenübergreifenden Verfahren QS WI (Vermeidung nosokomialer Infektionen - postoperative Wundinfektion), das 2017 neu eingeführt wurde, werden sowohl ambulant wie auch stationär erbrachte operative Eingriffe anhand des Verfahrens nachverfolgt. Der überwiegende Teil der Daten, die für die QS WI-Auswertungen notwendig sind, werden aus den Abrechnungsdaten der stationären und ambulanten Leistungserbringer ohne zusätzlichen Dokumentationsaufwand für den Leistungserbringer generiert. Weitere Informationen siehe https://iqtig.org/qs-verfahren/qs-wi/

    • Alle Erbringer (ambulant + stationär) von operativen Leistungen, die im Verfahren QS WI als Auslösekriterien gelten, müssen einmal jährlich verpflichtend an einer einrichtungsbezogenen Befragung teilnehmen (ambulant: NWIEA, stationär: NWIES).
    • Für  stationäre Leistungserbringer besteht für sämtliche Fälle, bei denen es sich um mögliche (postoperative) Wundinfektionen handelt, die Dokumentationspflicht eines fallbezogenen Dokumentationsbogens (NWIF). Die Abgrenzung, ob es sich tatsächlich um eine Infektion in einem ehemaligen OP-Gebiet handelt oder nicht, erfolgt durch die Angaben des Krankenhauses im jeweiligen Datensatz. Die Liste der vielfältigen zur Auslösung der fallbezogenen Dokumentation führenden ICD- und OPS- Kodierungen wurde im Vergleich zum Vorjahr angepasst wie auch die Kombinationen der Diagnosen, die zum Auslösen eines Falles führen. Durch die Streichung von verschiedenen OPS- und ICD-Codes in der Spezifikation soll die Spezifität der Auslösung der QS-Dokumentation erhöht werden.

Wichtige allgemeine Informationen zur sog. Rahmenrichtlinie (Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung - DeQS-RL)

  • Als erstes in der neuen Rahmenrichtlinie (Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung - DeQS-RL) geregeltes Verfahren hat der G-BA die "Qualitätssicherung der Gallenblasenentfernung (Cholezystektomie)" beschlossen (https://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/3421/).

  • Die bisher in der Richtlinie zur einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung geregelten Qualitätssicherungsverfahren, sowie auch die seit vielen Jahren etablierten sektorspezifischen Verfahren zur Qualitätssicherung in Krankenhäusern, sollen schrittweise in die neue Rahmenrichtlinie eingegliedert werden. Die Überführung der Qesü-Verfahren QS-PCI und QS-WI in die DeQS-RL ist bereits erfolgt ( https://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/3577/ )

Weitere Informationen zum Verfahrensjahr 2019 und zu den QS-Verfahren: https://iqtig.org/datenerfassung/spezifikationen/
https://iqtig.org/qs-verfahren/

 
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