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Dokumentationspflicht 2017

Indirekte Leistungsbereiche

Erneut stellt die Geschäftsstelle für die Leistungsbereiche (Module) der sogenannten indirekten Verfahren Übersichten in tabellarischer Form zur Verfügung (Stand Dezember 2016). Hier ist der Änderungsumfang pro Modul dargestellt. Es handelt sich dabei nicht um offizielle Dokumente. Irrtümer sind daher nicht ausgeschlossen, verbindlich ist nur die vom IQTIG oder der GeQiK® (Schlaganfall) veröffentlichte Spezifikation.

Im Verfahrensjahr 2017 sind folgende Besonderheiten zu beachten:

  • Das Modul 12/1 Cholezystektomie ist im Erfassungsjahr 2017 weiterhin aus der Dokumentationspflicht ausgenommen.

  • Ab dem Verfahrensjahr 2017 wird das sektorübergreifende Verfahren QS WI (Vermeidung nosokomialer Infektionen-postoperative Wundinfektion) neu eingeführt. Sowohl ambulant wie auch stationär erbrachte operative Eingriffe werden anhand des Verfahrens nachverfolgt. Der überwiegende Teil der Daten, die für die QS WI Auswertungen notwendig sind, werden aus den Abrechnungsdaten der stationären und ambulanten Leistungserbringer ohne zusätzlichen Dokumentationsaufwand für den Leistungserbringer generiert. Alle Erbringer (ambulant + stationär) von operativen Leistungen, die im Verfahren QS WI beobachtet werden, müssen einmal jährlich verpflichtend an einer einrichtungsbezogenen Befragung teilnehmen. Darüber hinaus besteht für  stationäre Leistungserbringer für sämtliche Fälle, bei denen es sich um mögliche (postoperative) Wundinfektionen handelt, die Dokumentationspflicht eines fallbezogenen Dokumentationsbogens (NWIF).

  • Im sektorenübergreifenden Verfahren PCI das bereits 2016 eingeführt wurde, besteht für alle ambulant und stationär erbrachten Perkutanen Koronarinterventionen und Koronarangiographien eine Dokumentationspflicht.

  • In den sektorübergereifenden Verfahren (QS WI und QS PCI) sind ausschließlich gesetzlich versicherte Patienten über 18 Jahre dokumentationspflichtig.

Für das Verfahrensjahr 2017 besteht somit für die folgenden Module eine Dokumentationspflicht.

Modul 09/1        Herzschrittmacher-Implantation
Modul 09/2        Herzschrittmacher-Aggregatwechsel
Modul 09/3        Herzschrittmacher-Revision/-Systemwechsel/-Explantation
Modul 09/4        Implantierbare Defibrillatoren-Implantation
Modul 09/5        Implantierbare Defibrillatoren-Aggregatwechsel
Modul 09/6        Implantierbare Defibrillatoren-Revision/-Systemwechsel/-Explantation
Modul 10/2        Karotis-Revaskularisation
Modul 15/1        Gynäkologische Operationen
Modul 16/1        Geburtshilfe
Modul 17/1        Hüftgelenknahe Femurfraktur bei ostesynthetischer Versorgung
Modul HEP        Hüftendoprothesenversorgung
Modul KEP        Knieendoprothesenversorgung
Modul 18/1        Mammachirurgie
Modul PNEU    Ambulant erworbene Pneumonie
Modul DEK       Dekubitusprophylaxe
Modul NEO       Neonatologie
MDS                   Minimaldatensatz
Modul 80/1        Schlaganfall (BW)
Modul PCI         Perkutane Koronarintervention und Koronarangiographie (Qesü)
Modul NWIF      Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektionen (Qesü)

Die nicht hinterlegten Leistungsbereiche werden sukzessive vervollständigt.

Die Datenlieferung für die indirekten Leistungsbereiche erfolgt an die Geschäftsstelle GeQiK® über die E-Mail-Adresse daten@geqik.de.

Direkte Leistungsbereiche

Folgende Module sind dokumentationspflichtig:

Herzchirurgie HCH
Herztransplantation, Herzunterstützungssysteme/Kunstherzen HTXM
Follow-up Herztransplantation HTXFU
Leberlebendspende LLS
Follow-up Leberlebendspende LLSFU
Lebertransplantation LTX
Follow-up Lebertransplantation LTXFU
Lungen- und Herz-Lungentransplantation LUTX
Follow-up Lungen- und Herz-Lungentransplantation LUTXFU
Nierenleberspende NLS
Follow-up Nierenlebendspende NLSFU
Nieren- und Pankreas- (Nieren-) transplantation PNTX
Follow-up Nierentransplantation und Pankreas- (Nieren-)transplantation PNTXFU

Die Datenlieferung für die direkten Leistungsbereiche erfolgt zurzeit an das IQTIG (Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen) über die E-Mail-Adresse daten@iqtig.org.

Wichtige Informationen zum Verfahrensjahr 2017:

  • Grundsätzlich sind in den Verfahren der QSKH-RL (direkte Verfahren, indirekte Verfahren, Landesverfahren) alle Patienten ungeachtet ihres Versichertenstatus dokumentationspflichtig. Dies gilt auch für die vom Follow-Up berührten Leistungsbereiche 09/1-09/3 sowie HEP und KEP.

  • Qesü-RL: Sektorenübergreifendes QS-Verfahren PCI (Perkutane Koronarintervention und Koronarangiographie): Die Dokumentationspflicht für das sektorenübergreifende Verfahren PCI erstreckt sich ausschließlich auf gesetzlich versicherte Patienten. In Baden-Württemberg fungiert die Geschäftsstelle Qualitätssicherung im Krankenhaus (GeQiK) als eine Datenannahmestelle „Qesü“ (DAS-Qesü) und nimmt die Daten aus den Krankenhäusern entgegen. Dies gilt nur für die durch das Krankenhaus (nicht durch einen Belegarzt oder einen ermächtigten Arzt) erbrachten (vor-)stationären und ambulanten Leistungen dieses Leistungsbereichs (= Exportmodul PCI_LKG). Da die belegärztlich erbrachten Leistungen im Rahmen der Qesü-RL dem Arzt als Leistungserbringer und nicht dem Krankenhaus zugeschlagen werden und als kollektivvertraglich erbrachte Leistungen zu werten sind, ist für die Daten dieser Leistungen (= Exportmodul PCI_KV), nicht die GeQiK®, sondern die Kassenärztliche Vereinigung gemäß Qesü-RL als Datenannahmestelle vorgesehen.

  • Patienteninformation zur Datenerhebung bei gesetzlich versicherten Patienten im Sektorenübergreifenden QS Verfahren PCI (Perkutane Koronarintervention und Koronarangiographie): Für alle gesetzlich versicherten Patienten, die im Krankenhaus stationär oder ambulant eine Herzkatheteruntersuchung / -intervention erhalten, besteht gemäß den Regelungen im § 24 der Qesü-RL die Verpflichtung zur Information der Patienten. Hierfür hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ein Merkblatt zur qualifizierten Patienteninformation zur Verfügung gestellt: https://www.g-ba.de/downloads/17-98-4047/2015-11-16_Merkblatt-Datenerhebung-PCI_bf.pdf. Das Merkblatt ist von der abrechnenden Einrichtung an die Patienten zu verteilen.

  • Qesü-RL: Sektorenübergreifendes QS-Verfahren WI (Vermeidung nosokomialer Infektionen: Postoperative Wundinfektionen (fallbezogen)): Die Dokumentationspflicht für das sektorenübergreifende Verfahren QS-WI erstreckt sich ebenfalls ausschließlich auf gesetzlich versicherte Patienten. Es werden alle stationär behandelten potentiell postoperativen Wundinfektionen dokumentiert. Die Abgrenzung, ob es sich tatsächlich um eine Infektion in einem ehemaligen OP-Gebiet handelt oder nicht, erfolgt durch die Angaben des Krankenhauses im jeweiligen Datensatz. In Baden-Württemberg wird die Geschäftsstelle Qualitätssicherung im Krankenhaus (GeQiK) als Datenannahmestelle fungieren und die Daten aus den Krankenhäusern entgegennehmen.

Verbesserung der Dokumentationsrate:

  • QS-Verfahren der QSKH-RL:
    Eine hohe Vollzähligkeit der Dokumentation ist entscheidend für aussagekräftige Auswertungen. Es besteht weiterhin die Verpflichtung die dokumentationspflichtigen Leistungen in 100 Prozent der Fälle zu dokumentieren. Liegt die Vollzähligkeit der gelieferten Datensätze pro Leistungsbereich unter 95% (bzw. unter 100 % in den Transplantationsbereichen), erfolgen finanzielle Sanktionen bezogen auf den jeweils betroffenen Leistungsbereich. Bei erstmaliger Unterschreitung der Dokumentationsrate beträgt der Qualitätssicherungsabschlag 150 Euro (bzw. 2.500 Euro bei Transplantations-Leistungsbereiche). Lag ab dem Erfassungsjahr 2015 die Dokumentationsrate des jeweiligen Leistungsbereichs bereits im Vorjahr unter 95 bzw. 100 %, so wird der Qualitätssicherungsabschlag auf 300 bzw. 5.000 Euro verdoppelt (wiederholtes Unterschreiten der Dokumentationsrate) (https://www.g-ba.de/downloads/62-492-1280/QSKH-RL_2016-07-21_iK-2017-01-01.pdf).

  • QS-Verfahren der Qesü-RL:

Weitere Informationen zum Verfahrensjahr 2017:

Anwenderinformation:

In der Anwenderinformation der bundesweit dokumentationspflichtigen Leistungen finden Sie die Ein- und Ausschlussprozeduren sowie die Ein- und Ausschlussdiagnosen. Damit ist es möglich, auch ohne Anwendung einer QS-Filter-Software im Einzelfall die Qualitätssicherungspflicht nachzuvollziehen.

https://iqtig.org/datenerfassung/spezifikationen/qs-basisspezifikation-fuer-leistungserbringer/2017/

Dokumentationsbögen:

https://iqtig.org/datenerfassung/spezifikationen/qs-basisspezifikation-fuer-leistungserbringer/2017/v04/ausfuellhinweise-und-dokumentationsboegen/

Ausfüllhinweise:

https://iqtig.org/datenerfassung/spezifikationen/qs-basisspezifikation-fuer-leistungserbringer/2017/v04/ausfuellhinweise-und-dokumentationsboegen/

Erläuterungen zum Minimaldatensatz (MDS):

Die Erläuterungen enthalten beispielhafte Konstellationen, bei denen ein Minimaldatensatz (MDS) dokumentiert werden sollte.

https://iqtig.org/downloads/spezifikation/2017/V04/Anwenderinformationen/2017_Anwendungsfaelle_mds_V03.pdf

Weitere Informationen zur Spezifikation 2017:

https://iqtig.org/datenerfassung/spezifikationen/

 

 
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