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Übersicht / AGDokumentation/Spez.Q-Indikatoren
 

Inhalt

1. Dokumentationspflicht
2. Neuerungen seit 2009
3. Dokumentationsauslöser
4. Teilnahme
5. Vergütung
6. ADSR-Mitgliedschaft
7. Datenvalidierung
8. Arbeitsgruppe

1. Dokumentationspflicht

Seit 2004 wird gemäß Beschluss des Lenkungsgremiums zur Qualitätssicherung in der stationären Krankenhausbehandlung in Baden-Württemberg ein flächendeckendes Qualitätssicherungsverfahren zur Schlaganfallversorgung im Land umgesetzt. Erfasst werden alle Patienten, die in zugelassenen baden-württembergischen Krankenhäusern aufgrund eines Schlaganfalls akut versorgt werden.

Die Verpflichtung für Krankenhäuser in Baden-Württemberg zur Teilnahme am Verfahren der Qualitätssicherung des akuten Schlaganfalls gründet auf der oben genannten Entscheidung des Lenkungsgremiums Baden-Württemberg. Dieses ist gemäß § 2 Abs. 2 des Landesvertrags nach § 112 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 SGB V berechtigt, weitere Maßnahmen zur Qualitätssicherung zu beschließen. Verträge nach § 112 SGB V sind für die Krankenkassen und die zugelassenen Krankenhäuser im Land unmittelbar verbindlich.

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2. Neuerungen seit 2009

Seit dem Verfahrensjahr 2009 ergeben sich für diesen Leistungsbereich folgende Änderungen:

  1. Um zukünftig auch nach außen hin die vollständige Teilnahme belegen zu können, ist das Verfahren seit dem 1. Januar 2009 an den sogenannten QS-Filter der externen stationären Qualitätssicherung nach § 137 SGB V gekoppelt. Wie bei den bundesweit verpflichtenden Leistungsbereichen werden nach Abschluss des Verfahrensjahres die qualitätssicherungspflichtigen Fälle über die Sollstatistik ausgewiesen. Für die Geschäftsstelle ist es dann möglich, die Teilnahme der baden-württembergischen Einrichtungen auch in diesem Leistungsbereich in der sogenannten Positivliste darzustellen.
  2. Für die Überprüfung der Qualitätssicherungspflicht wird seit dem 1. Januar 2009 nur noch die DRG-Hauptdiagnose auf das Vorhandensein einer Schlaganfall-relevanten Einschlussdiagnose überprüft. Wie bisher dürfen darüber hinaus keine Ausschlussdiagnosen vorliegen und der zu dokumentierende Patient muss mindestens 18 Jahre alt sein. Zu beachten ist, dass bei DRG-Fallzusammenführungen (z. B. Wiederaufnahme innerhalb der DRG-Grenzverweildauer) das Aufnahmedatum des ersten Krankenhausaufenthaltes und das Entlassdatum des letzten Krankenhausaufenthaltes als Aufnahme- und Entlasszeitpunkt für die Erfassung zu wählen sind. Die QS-Dokumentation bezieht sich somit auf einen auch inhaltlich zusammengeführten Fall, der ggf. aus zwei stationären Aufenthalten besteht. Auch in der Sollstatistik zum Erfassungsjahr wird dies nur als ein Soll-Fall gezählt.
  3. Da die technischen Anforderungen an eine QS-Erfassungssoftware bei den dokumentierenden Einrichtungen zugenommen haben und zwischenzeitlich die gängigen Softwareanbieter entweder den Baden-Württemberg-spezifischen Leistungsbereich Schlaganfall anbieten, haben wir die Pflege unseres Erfassungsprogramms „ApoDok“ Ende 2008 eingestellt. Für Softwarefirmen sowie für Häuser, die selbst Erfassungssysteme programmieren, wird die entsprechende Spezifikation weiterhin aktualisiert und auf unserer Homepage veröffentlicht.

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3. Dokumentationsauslöser

Im Gegensatz zu bisher ist seit dem 1. Januar 2009 nur noch die DRG-Hauptdiagnose auf das Vorliegen einer Schlaganfall-relevanten Diagnose (Einschlussdiagnose) zu überprüfen. Damit unterliegen Patienten, die einen Schlaganfall oder eine TIA während des stationären Aufenthalts entwickeln und die Schlaganfall-relevante Diagnose als Nebendiagnose erhalten, nicht mehr der Qualitätssicherungspflicht.

Die Ein- und Ausschlussdiagnosen nach ICD 10 werden von der Geschäftsstelle jährlich aktualisiert und seit dem Verfahrensjahr 2008 als Anlage 3 zum Dokumentationsbogen veröffentlicht (siehe dort). Neben den Vorliegen mindestens einer Einschlussdiagnose und dem Fehlen von Ausschlussdiagnosen hängt die Qualitätssicherungspflicht vom Alter (mindestens 18 Jahre) ab. Darüber hinaus darf für die Anlage des kompletten Datensatzes der Schlaganfall zum Zeitpunkt der stationären Aufnahme nicht älter als 1 Woche sein. Um eine Unterdokumentation zu vermeiden, sind Schlaganfälle, die bei Aufnahme älter als 1 Woche sind, als reduzierter oder sogenannter Minimaldatensatz anzulegen und an die Geschäftsstelle zu übermitteln. Die Inhalte entsprechen denen des IQTiG-Minimaldatensatzes.

Nicht einbezogenen sind traumatische Insulte, Subarachnoidalblutungen sowie Schlaganfälle, die aufgrund einer intrakraniellen Neoplasie entstanden sind. Die letztgenannten Diagnosen werden in den Auslösekriterien unter den Ausschlussdiagnosen aufgeführt.

Erläuterungen zu den Auslösekriterien zur Dokumentationsverpflichtung QS Schlaganfall seit 2011
Die Fußnote weist darauf hin, dass dieser Teil der UND-Verknüpfung bewirkt, dass ein bestimmter Anteil von Patienten wieder aus der Erfassungspflicht herausfällt.

Auf Grund zahlreicher Anfragen wird folgend die Regel zur Einschlusspflicht mit anderer Formulierung wiederholt:
Alle Patienten, die mindestens 18 Jahre alt sind und mit einer schlaganfallrelevanten DRG-Hauptdiagnose und ohne Ausschlussdiagnose behandelt werden, unterliegen wie bisher der Dokumentationsverpflichtung.
Ausgeschlossen werden seit 2011 Patienten, die von extern zur Frührehabilitation zuverlegt wurden und für die keine neurologische Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls kodiert wurde.

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4. Teilnahme

Zuletzt wurden für das Verfahrensjahr 2015 von 159 beteiligten Krankenhäusern 42.037 Patienten im Sinne der Einschlusskriterien erfasst, für  41.687 Patienten vollständige Datensätze übermittelt und durch die Geschäftsstelle ausgewertet. Für 2815 Patienten wurden Minimaldatensätze angelegt. Die Entwicklung der Datenübermittlung für diesen Leistungsbereich ist im nachfolgenden Diagramm dargestellt.

 

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5. Vergütung

Die Finanzierung des Dokumentationsaufwands im Krankenhaus erfolgt über einen Zuschlag von € 4,09 je dokumentierten Fall. Grundlage für die Zuschlagsberechnung ist die dem Krankenhaus von der GeQiK für das Abrechnungsjahr bescheinigte Anzahl (Zertifikat). Der sich ergebende Betrag wird im nächst möglichen Pflegezeitraum als Ausgleich im Gesamtbetrag verrechnet.

6. ADSR-Mitgliedschaft

Seit August 2008 ist Baden-Württemberg mit dem Landesverfahren zur Qualitätssicherung des akuten Schlaganfalls Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schlaganfallregister (ADSR). Bei dieser Gemeinschaft handelt es sich um einen Zusammenschluss der Betreiber regionaler Schlaganfalldatenbanken, die unter anderem das gemeinsame Ziel verfolgen, Erhebungs- und Fragebogeninstrumente sowie Datenerfassung und statistische Auswertungen zum Krankheitsbild Schlaganfall weiter zu entwickeln und die Grundvoraussetzung regionaler und überregionaler Vergleiche zu schaffen. Hierbei sind hinsichtlich Patient und Krankenhaus ausnahmslos anonymisierte Parameter zur Beantwortung wissenschaftlicher, qualitätsrelevanter und epidemiologischer Fragestellung zu nutzen (siehe ADSR-Satzung). Zu diesem Zweck werden mit Einverständnis der die Daten erhebenden Institutionen die Datensätze des Leistungsbereichs Schlaganfall aus Baden-Württemberg mit den Registerdaten aus anderen Bundesländern zusammengeführt.

Damit diese ADSR-Datenpoolung überhaupt möglich wird, waren am Dokumentationsbogen für Baden-Württemberg zum Jahreswechsel 2006 / 2007 Anpassungen erforderlich. Dafür ist seit dem Verfahrensjahr 2007 den teilnehmenden Krankenhäusern grundsätzlich möglich, sich hinsichtlich der Ergebnisse bei den sogenannten ADSR-Indikatoren auch mit Einrichtungen außerhalb Baden-Württemberg zu vergleichen. Welche Qualitätsindikatoren aus der Jahresauswertung entsprechend der ADSR-Vorgaben berechnet werden, kann der Qualitätsindikatoren-Datenbank entnommen werden. Weitere Informationen zur ADSR sind im Internet derzeit unter www.adsr.uni-wuerzburg.de/startseite zu erhalten.

7. Datenvalidierung

Für den Leistungsbereich Schlaganfallversorgung (80/1) wurde ein Datenvalidierungsverfahren entwickelt, das für das Verfahrensjahr 2016 erstmals angewandt werden wird. Zum einen haben Qualitätssicherungsbeauftragte der baden-württembergischen Krankenhäuser seit Ende Oktober 2016 die Möglichkeit in unserem passwortgeschützten QSB-Online-Bereich unter der Rubrik „Statistik online“ bestimmte Auffälligkeitskriterien einzusehen, zum anderen werden nach einer zufälligen Stichprobenauswahl vier Kliniken für einen Datenabgleich besucht werden. Diese Besuche werden voraussichtlich im zweiten Quartal 2017 stattfinden.

8. Arbeitsgruppe

BWKG
Prof. Dr. med. Schabet
Klinikum Ludwigsburg-Bietigheim, Ludwigsburg

Frau Dr. med. Karin Schoser
Klinikum Landkreis Tuttlingen

LÄK
Prof. Dr. med. Michael Daffertshofer                                          Vorsitzender
Klinikum Mittelbaden gGmbH, Stadtklinik Baden-Baden

Prof. Dr. med. Peter Ringleb
Universitätsklinikum Heidelberg

MDK
Dr. med. Neumaier
MDK Baden-Württemberg, Freiburg

Dr. Rita Sorge
MDK Baden-Württemberg, Ravensburg

Pflege
Elke Drewitz 
Bürgerhospital, Stuttgart

 
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